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Steigendes Vertrauen

Stationärer Handel in Österreich erholt sich

Mit dem Vertrauen der Konsumenten in den stationären Einzelhandel steigt auch das Vertrauen der Investoren und Retailer in den Markt. Das zeigt die gute Zahl von 21 Markteintritten in Österreich im Jahr 2022.

„Die Markteintritte sind gegenüber dem Jahr 2021 stabil. Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, da die Zahl der Markteintritte im Jahr 2021 jene beinhaltet, die 2020 aufgrund der Coronasituation verschoben wurden. Außerdem: 2022 war die Zahl der Markteintritte doppelt so hoch wie 2019. Der Fokus der Neueintritte liegt auf Luxus, es gibt allerdings auch neue Diskonter und Eintritte im Bereich Entertainment“, so Walter Wölfler, Head of Retail bei CBRE Österreich, der auch für 2023 zahlreiche Neueintritte erwartet.

In Primelagen ist die Nachfrage nach wie vor hoch, dementsprechend haben sich auch die Mieten entwickelt: die Spitzenmiete in Top Lage in der Wiener Innenstadt liegt bei 360,00 Euro/m²/Monat. Während die Spitzenmiete in Einkaufszentren mit 100,00 Euro/m²/Monat stabil ist, ist sie in Fachmarktzentren auf 15,00 Euro/m²/Monat gestiegen. Die Renditen stagnieren bei Fachmarktzentren bei 5%, sind bei Einkaufszentren auf 5,25%, bei Geschäftsstraßen auf 3,95% gestiegen zum Jahresende 2022.

Der Einzelhandel ist aktuell mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert: gestiegene Energiekosten, Inflation, Fachkräftemangel. „Wie und ob die kaufkraftsteigernden Maßnahmen der Regierung und Länder – Abschaffung der kalten Progression, diverse Zuschüsse – auf das Verbrauchervertrauen und damit auf den Einzelhandel in Österreich auswirken werden, ist noch nicht abzusehen“, so Wölfler.

Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass laut den bisher vorliegenden, vorläufigen Zahlen der Anteil des Onlinehandels am Gesamtumsatz im Handel 2022 gegenüber den Vorjahren rückläufig ist. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass 2022 erstmals seit 2019 wieder durchgehend geöffnet waren und dass auch zwei Online-Marktteilnehmer – Flink und Jokr – den österreichischen Markt verlassen haben.