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100 Eigentumswohnungen

BPD baut Engagement in Nürnberg-Lichtenreuth aus

Die Nürnberger Niederlassung des Projekt- und Gebietsentwicklers sichert sich das dritte Baufeld auf dem Areal am Rangierbahnhof. Geplant sind in zwei Gebäuden ca. 100 Zwei-bis-vier-Zimmer-Eigentumswohnungen­ mit einer Größe ab ca. 52 m².

Das rund 4.200 m² große Grundstück stammt aus dem Bestand von Aurelis Real Estate. BPD (Bouwfonds Immobilienentwicklung) hatte bereits 2019 zwei weitere Baufelder innerhalb der Gesamtentwicklung erworben. Das nun hinzugekommene Grundstück befindet sich in Modul 1 „Südlicher Hasenbuck“ in zentraler, aber ruhiger Lage im Norden und bietet einen unverbaubarem Blick auf den öffentlichen Park.

Innerhalb der Gesamtentwicklung sind 183 Mietwohnungen geplant, die sich in Mikroapartments und konventionelle Ein- bis Vierzimmerwohnungen aufteilen. Der Bebauungsplan für die ersten beiden Baufelder ist bereits seit 2019 rechtskräftig. BPD befindet sich derzeit mit beiden Projekten in der Vorbereitungsphase.

Planungsziel des Grundstückeigentümers Aurelis und der Stadt Nürnberg ist, eine breite Vielfalt an unterschiedlichen Wohnformen im Eigenheim- und Geschosswohnungsbau zu schaffen. Neben rund 1.500 Wohneinheiten in Modul eins sollen außerdem verschiedene Kinderbetreuungseinrichtungen, eine Grundschule und verschiedene Nahversorgungsangebote entstehen.

Beim Gesamtprojekt, derzeit mit „Lichtenreuth“ benannt, handelt es sich um ein 90 Hektar großes Grundstück nahe des Dutzendteiches. Neben zwei Modulen für Wohnbau, und damit einem Wohnungsangebot für rund 6.000 Menschen, entsteht dort die neue Universität. Das Areal befindet sich zwischen Innenstadt und Naherholungsgebiet. Es entsteht ein Konzept, das Leben, Lernen und Arbeiten miteinander kombiniert. Die gute Infrastruktur der Umgebung wird sich mitentwickeln; künftig wird eine Verlängerung der Straßenbahnlinie den Stadtteil mit dem Rest Nürnbergs verbinden. Doch hier spielt nicht nur Funktionalität eine Rolle. Auch optisch soll der Stadtteil mit seinen Wohnabschnitten ansprechender werden: Das renommierte Büro West 8 aus Rotterdam legt dazu einen Gestaltungsleitfaden für Architektur und Landschaftsbau fest, der urbanes Leben mit modernen Zeitgeist verbindet.

Aktuell wird für das neue gemischt genutzte Stadtquartier noch ein neuer Namen gesucht. Aurelis hatte Anfang April bei der Stadt Nürnberg angeregt, das Verfahren zur Suche nach einem neuen Namen für den Stadtteil Lichtenreuth ergebnisoffen zu gestalten. In einem Schreiben an den Nürnberger Oberbürgermeister Marcus König spricht sich das Unternehmen dafür aus, dass sich die Entscheidungsträger der Stadt bis zuletzt alle Optionen offenhalten, also auch eine Fortführung des zurzeit genutzten Namens.

„Lichtenreuth verdient eine Chance“, so Stefan Wiegand, Geschäftsführer der Aurelis Region Süd, im April. „Warum sollte man gerade diesen Namen von vorneherein ausschließen? Er wurde von einer in Nürnberg ansässigen Agentur entwickelt, die da sehr viel Herzblut reingesteckt hat.“

„Wir haben den Eindruck, dass sich der Name etabliert hat und von der Nürnberger Bevölkerung gut angenommen wurde“, erklärt Wiegand. In die erneute Suche nach einem Namen ist die Aurelis als Eigentümerin des Grundstücks nicht eingebunden. Dennoch stehe man Alternativen grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber: „Aus der Erfahrung mit vielen derartigen Projekten im gesamten Bundesgebiet wissen wir, wie schwierig die Entwicklung von Namen sein kann. Hier gilt für uns der Satz: Das Bessere ist des Guten Feind.“

Das Planungsgebiet umfasst insgesamt rund 100 Hektar. Auf dem Gelände soll Wohnraum für mehrere tausend Anwohner im frei finanzierten und geförderten Wohnungsbau entstehen. Hierzu gehören neben den Projekten von BPD auch das Projekt von CV Real Estate, die dort Ende 2020 ein Baufeld von Aurelis erworben hat und 280 Mikroapartments plant [wir berichteten]. 2018 wurden rund 37 Hektar an den Freistaat Bayern zur Errichtung der Technischen Universität Nürnberg verkauft [wir berichteten]. Weitere Highlights der Planung sind eine mehr als 10 Hektar große Parkfläche im nördlichen Teil des Planungsgebiets sowie ein öffentlich nicht zugänglicher Teilbereich („Lichtenreuth naturnah“) im Süden, der dem ökologischen Ausgleich und Artenschutz dient.