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  |  15. Mai 2019

IVD-Umfrage: Grundstücksspekulation ist kein wesentliches Bauhindernis

Eine aktuelle Umfrage des Immobilienverbandes IVD ergab, dass die Grundstücksspekulation kein wesentliches Bauhindernis ist. Sie liegt demnach mit 34,6 % erst auf Rang 4 der angegebenen Motive für die Nichtbebauung von Grundstücken. Die Umfrage unter 6.000 Immobilienunternehmen ermittelte, dass zu 62,1 % kleine, im Familienbesitz befindliche Grundstücke zur Selbstnutzung bevorratet werden. Diese Grundstücke eignen sich in erster Linie für Einfamilienhäuser und nicht für den großflächigen Geschossneubau. Es folgen mit 40,3 % Probleme bei der Baurechtsbeschaffung und mit 39,5 % Erbstreitigkeiten.

„Wer nicht baut oder ein unbebautes Grundstück nicht verkauft, steht schnell im Verdacht der Grundstücksspekulation. Um dieser zu begegnen, soll das Baugebot verschärft werden. Dass die Ursachen für ein Liegenlassen der Flächen vielfältig sind und es kein ausreichendes Zahlenmaterial zum ungehobenen Potenzial gibt, passt nicht in das Bild der Befürworter eines strengen Baugebotes.“ Dies sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD, im Vorfeld der heutigen 5. Sitzung der Baulandkommission.

Weitere Gründe sind unter anderem eine zu geringe Kapitalausstattung für die Entwicklung. Denn nicht jeder Grundstückseigentümer kann bauen, wenn ihm schlichtweg das Geld dazu fehlt. So kann auch nicht jedes Dachgeschoss ausgebaut oder Flächen aufgestockt werden, wenn die finanziellen Mittel dazu nicht vorhanden sind. Ungeklärte Eigentumsverhältnisse, Grundstückszuschnitte, Altlasten oder auch Nachbarschaftskonflikte sind ebenso Gründe für brachliegendes Bauland.

„Die nun geforderten Baugebote, die Grundstücksbesitzer zum Bauen von Wohnungen zwingen sollen, werden daher nichts wesentlich an der Baulandknappheit ändern. Sie stellen nur unnötig Familien und Immobilienunternehmen an den Pranger“, so Schick. Der IVD-Präsident verweist darauf, dass eine genaue empirische Grundlage, wie viele Grundstücke überhaupt bebaubar sind, fehlt. So verfüge beispielsweise die Stadt Berlin über kein Kataster, um systematisch Baulücken zu erfassen. „Baulückenkataster sind ein hilfreicher Schritt, um bebaubare Flächen zu identifizieren“, ergänzt Schick. Beispielgebend nennt der IVD-Präsident digitale Übersichtskarten, die es bereits am Markt gibt.
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